Grabsteine wieder lesbar machen, bevor die Zeit ihre Inschriften auslöscht
Als Fotograf habe ich mich mit meinem Team auf dieses besondere Spezialgebiet konzentriert: die fotografische Erfassung jüdischer Grabsteine in Bayern. Auf inzwischen 21 jüdischen Friedhöfen in Bayern habe ich bislang 15.279 Grabsteine dokumentiert – mit dem Ziel, historische hebräische und deutsche Inschriften zu bewahren, die durch Verwitterung, Bewuchs durch Moos und Efeu sowie jahrhundertelange Wettereinflüsse oft kaum noch mit bloßem Auge zu entziffern sind.
Mein optimiertes Beleuchtungsverfahren für lesbare Grabinschriften
Viele jüdische Grabsteine (hebräisch: Mazewot) sind über 200, teilweise über 400 Jahre alt. Ihre Inschriften sind häufig so stark verwittert, dass sie im normalen Tageslicht nicht mehr lesbar sind. Mit meinem speziellen Streiflicht- und Beleuchtungsverfahren gelingt es mir, den Schattenwurf der eingemeißelten Buchstaben gezielt zu verstärken und die Lesbarkeit zu optimieren. Dadurch sind dann Inschriften wieder lesbar, die für genealogische, historische und wissenschaftliche Zwecke sonst unwiederbringlich verloren wären.
Durch den Einsatz eines gut geschulten Teams aus Fotografen, Historikern und Bildbearbeitern können wir auch große Friedhöfe in einem kurzem Zeitraum perfekt erfassen.
Diese Methode ist besonders wertvoll für:
Genealogische Forschung – Nachfahren, die Gräber ihrer Vorfahren suchen
Historiker und Judaisten, die jüdisches Leben in Bayern erforschen
Denkmalpflege und Gemeinden, die den Bestand ihrer Friedhöfe dokumentieren und sichern wollen
Digitale Archive und Datenbanken wie das Bet-Olam-Projekt, die auf hochwertige Grabsteinfotografie angewiesen sind
Warum diese Dokumentation so dringend ist
Jüdische Friedhöfe gelten im Judentum als Bet Olam – "Haus der Ewigkeit". Anders als bei anderen Friedhöfen werden Gräber niemals eingeebnet oder wiederbelegt. Doch Wind, Regen, Frost und teils auch Vandalismus setzen den Grabsteinen zu. Viele Inschriften, die vor 20 Jahren noch lesbar waren, sind es heute nicht mehr. Meine Arbeit leistet einen Beitrag dazu, dieses Kulturerbe zumindest fotografisch für kommende Generationen zu erhalten.
Über mich
Ich bin Rolf Nachbar, Fotograf mit Sitz in Reichenberg, Bayern. Neben meiner Arbeit in der Werbe-, Industrie- und Architekturfotografie widme ich mich seit Jahren der fotografischen Dokumentation jüdischer Friedhöfe in Bayern. Mit über 15.000 fotografierten Grabsteinen auf 21 Friedhöfen gehört meine Arbeit zu den umfangreichsten Einzelprojekten dieser Art im süddeutschen Raum.
Auflistung der bisher von mir dokumentierten jüdischen Friedhöfe in Bayern:
Kleinbardorf mit 3.133 Grabsteinen und Fragmenten; Pappenheim mit 313 Grabsteinen und Fragmenten; Ichenhausen mit 1.120 Grabsteinen und Fragmenten; Kriegshaber (Augsburg) mit 520 Grabsteinen und Fragmenten; Wilhermsdorf mit 466 Grabsteinen und Fragmenten, Aschbach (Schlüsselfeld) mit 370 Grabsteinen und Fragmenten; Autenhausen mit 100 Grabsteinen und Fragmenten; Lisberg mit 144 Grabsteinen und Fragmenten; Buttenheim mit 253 Grabsteinen und Fragmenten; Treuchtlingen mit 295 Grabsteinen und Fragmenten, Bechhofen mit1600 Grabsteinen und Fragmenten, Burgkunstadt mit 80 archeoligisch freigelegten Grabsteinen und Fragmenten, Sulzbürg mit 364 Grabsteinen und Fragmenten, Alter israelitischer Friedhof München mit 2.000 Grabsteinen und Fragmenten; Floss mit 451Grabsteinen und Fragmenten; Hüttenheim mit 451 Grabsteinen und Fragmenten, Walsdorf mit 1.101 Grabsteinen und Fragmenten; Mühlhausen mit 388 Grabsteinen und Fragmenten; Reistenhausen (Collenberg) mit 487 Grabsteinen und Fragmenten; Bad Kissingen mit 489 Grabsteinen und Fragmenten; Pfaffenhausen (Hammelburg) mit 1.155 Grabsteinen und Fragmenten.
Kontakt: Für Anfragen zu Kooperationen mit Gemeinden, Archiven, genealogischen Projekten oder Forschungseinrichtungen können Sie mich gerne kontaktieren.
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